Earth Park Asia - Die Große Freiheit

 

Das Leben im Earth-Park-Asia, ist langsam, naturverbunden und wunderschön. Wir sind in der Natur. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie ist 24 Stunden am Tag anwesend und man kann sie auch nicht ausschließen. Nicht einmal akustisch. Da wir in einem traditionellen Longhouse wohnen, welches aus Bambus gebaut wurde, können wir weder die Geräusche der Welt noch deren Besucher aussperren. Erschreckend wie stark sich der Mensch selbst von der Natur, zu welcher er ja ursprünglich gehörte, entfernt hat, dass es sich so befremdlich anfühlt dieser nicht entfliehen zu können.

 

 

Auch ich muss zugeben, ein wenig mehr „Schutz“ würde mir gut gefallen. Die unzähligen Moskitos, die sich zu hunderten unsere Haut belagern finden vor lauter Artgenossen kaum noch eine freie Stelle. Außer einem Imkeranzug scheint da nicht viel zu helfen. Dies ist leider etwas störend. Das Wellenrauschen dürfte, gerade bei Sturm, auch etwas leiser ausfallen und ich muss auch nicht jedes Insekt in unserem Zimmer mit Namen begrüßen. Beim vergangenen starken Sturm schaute gerne mal der Regen durchs Dach und hat so ziemlich alles in unserem Zimmer eingeweicht. (Das Dach wurde inzwischen verstärkt, einige Palmenblätter hatten sich durch den Sturm umgeklappt. Ansonsten ist das Dach, welches ausschließlich aus Palmenblättern besteht, erstaunlicher Weise absolut Wasserdicht)

 

Die Natur ist wunderschön. Aber sie ist auch immer mit dabei. Auch dann wenn man gerne etwas alleine wäre.

 



 

Die Zeit in der wir die Natur ganz bewusst erleben wollen zeigt sie uns eine Welt voller faszinierender Tiere. Einer palmenreichen Kulisse mit tollen Farben in allen Himmelsrichtungen. Wir genießen viele schöne Sonnen- Auf- und Untergänge, teils mit Lagerfeuern direkt am Strand.

 

Mehrmals am Tag treibt uns die Äquator-Hitze in das blaue Nass um neue Energie zu erhalten. Der weiße Strand bietet uns von all den Schönheiten um unser kleines Dörfchen herum die interessanteste. Er verändert sich täglich von schmal zu breit und das Meer spült uns jeden Morgen wunderschöne Korallen und Muscheln vor die Füße. Meistens ist der strahlend weiße Sand vom Wasser festgedrückt und man kann den endlosen Strand in beiden Richtung zum Joggen nutzen.

 

Die Veranda vom Longhouse bietet so viel Platz, dass das Leben sich zum größten Teil auf dieser abspielt. Hier wird gegessen, gespielt und gearbeitet. Und alles mit Blick auf das wunderschöne Meer.

 

 

Wenn wir in Deutschland uns unseren Träumereien hingegeben haben und uns unser neues Leben vorgestellt haben, dann kommt es diesem hier sehr nahe. Wir sind größtenteils für uns. Wir leben im Einklang mit der Natur. Wir leben im Einklang mit uns selbst und der Familie, vegan, autark und minimalistisch zu gleich. Wir pflegen Kontakte zu Einheimischen die uns am liebsten jeden Abend zu sich einladen würden. Sie lieben unsere Kinder und wir fühlen uns so willkommen wie noch nirgends zuvor. Sie wollen nicht unser Geld und zeigen uns eine Freundlichkeit die wir in der westlichen Welt nicht kennen. Sie leben einfach, sitzen meist auf dem Boden und sind dennoch so viel glücklicher als die reichsten Menschen der Welt.

 

In der ganzen Region Sabah, Borneo, Malaysia scheinen wir die einzigen Touristen zu sein. Fast jeder (nicht übertrieben) interessiert sich für uns. Sie winken uns zu oder rufen uns freundliche Worte rüber. Sie demonstrieren gerne ihre guten Englisch-Kenntnisse. Sie haben nützliche Tipps für uns und erzählen uns was man hier alles erleben kann. Wirklich jeder hat ein Lächeln für uns über. Wir sind für sie eine Attraktion und wir haben das Gefühl, dass wir eine gute Story für ihr Abendessen sind: „Ihr glaubt nicht was wir heute auf dem Markt gesehen haben. Da war eine Familie aus Europa, deren Kinder hatten blonde Haare, so was hab ich noch nie gesehen.“ Ungläubiges Gelächter am Essenstisch. Vielleicht ist das Blödsinn aber ich stell es mir gerne so vor.

 

Wir haben 2 Autos zur Verfügung und können jederzeit in die nächstgelegen Örtchen fahren. Für gutes Internet und Einkaufsmöglichkeiten ist dies nötig. Der Earth-Park selber hat nur sehr eingeschränktes Internet. Es reicht ab und an für eine Whatsapp- Nachricht. Viel mehr aber nur selten. In den größeren Orten ist der Handyempfang dafür sehr gut. Somit sind wir im Earth-Park nicht ständig versucht zu schauen was gerade bei Facebook oder Instagram los ist. Leider auch nicht dann, wenn wir es müssten. Aber so sparen wir viel Zeit ein und können uns aufs wesentliche, aufs echte Leben besinnen. Während ich das hier schreibe, spielt Ariane mit den Kindern Karten. Davor waren wir zusammen im Meer baden. Nachher kochen wir wieder gemeinsam, auch die Kinder helfen mit und haben Spass daran.

 

Wenn die Mücken aus ihren Verstecken kommen, gehen wir in die Küche und zünden uns Räucherstäbchen an und schmieren uns mit allem Knoblauch-Weihwasser ein was wir gegen die Vampire auftreiben können. Dies mögen die Mücken zwar nicht, aber die ganz durstigen kommen dennoch. Wenn es zu schlimm wird verkriechen wir uns in unser neues Bett welches ich in unserer ersten Woche gebaut habe. Es ist ein riesiges Familienbett geworden mit einer Größe von 2,70m X 2,30m. Krumm und schief. Aber selbst gebaut. Gänzlich eingezäunt mit Moskitonetzen. Dort haben wir Schutz auch wenn es immer mal wieder ein Mini-Monster mit Rüssel hinein schafft.

 



 

So verleben wir die Tage und Nächte und vergessen die Erfindung der Zeit. Nichts treibt uns zur Eile und nichts vermeintlich wichtiges aus der alten Welt, was uns früher Kopfschmerzen und schlaflose Nächte bereitet hätte, schert uns auch nur einen Dreck. Das Finanzamt will Geld was ihnen nicht zusteht und mein alter DSL-Provider stellt fortlaufend Rechnungen für einen Vertrag der nicht mehr existiert. Ich war so entgegenkommend ihnen meine aktuelle Adresse mitzuteilen. In dringenden Fällen mögen sie bitte persönlich vorbei kommen. Es gibt hier leider keinen Postkasten.

Wir leben vor uns hin, ohne Ziel und ohne Plan und es bekommt uns unbeschreiblich gut. Es ist ein tolles Gefühl die restliche Welt aus seinem Denken zu verbannen und nur für den Augenblick zu leben. Keine Ängste, keine Sorgen, keine suggerierten Ziele, keine kleinkarierten Nachbarn die einem unwichtige Aufgaben auf erzwingen. Keine falschen Freundlichkeiten, schmutzigen Deals, mediale Betäubung, mahnende Worte von besorgten Menschen die uns vor tropischen Gefahren und fremden Menschen warnen müssen. Bisher waren dies ausschließlich Menschen die noch nie in einer dieser Gegenden zu Besuch waren oder auch nur auf der Weltkarte zielsicher die Region nennen könnten. Kein Tourismus und deren Begleiterscheinungen wie Taxi-Schreier, Motorbote, Umweltverschmutzung und rosa-dick-besoffene Eng-Russ-Ami-Deutsche am Strand. Keine Klausuren und Prüfungen, keine ernüchternden Gehaltsabrechnungen, keine tückische Post, keine Abmahnanwälte. Keine Finanzämter, Zinnsoldaten und Bibelverkäufer. Keine Politessen mit ihren griesgrämigen Gesichtern, als wäre der böse Parksünder für all das Elend ihrer Vergangenheit verantwortlich, welches ihr ins Gesicht geschrieben steht.

Keine Staus, keine Baustellen, keine Betonhochbauten die einem die Sicht versperren. Keine Uhren, Termine oder Arschgeigen die einem die Welt erklären wollen. Keine Kompromisse und keine sinnlosen Regeln.

Hier bist du einfach nur du und ein Teil von der Natur und der Gemeinschaft hier die es zu respektieren gilt. Sonst nichts.

Nur einen Tag am Meer zu sitzen und den Wellen bei ihrem ewigen Spiel zu beobachten oder mit seinen Kindern in den selben zu spielen ist ohne Zweifel wertvoller als ein Jahr lang ______ (bitte irgend eine triviale Sache einsetzen die dir auf den ersten Blick wichtig erscheint)

Das ist der Earth-Park-Asia

 

 

Text: Alex


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Kommentare: 2
  • #1

    gudrun (Mittwoch, 01 November 2017 19:29)

    Dieser Bericht ist so inspirierend, dass ich am liebsten sofort aufbrechen möchte, um dort zu leben - wenigstens eine Zeitlang. Eine Zeitlang durchatmen und die Probleme der Welt vergessen. So stell ich mir das Paradies vor. Möge es lange erhalten bleiben

  • #2

    Tina (Samstag, 18 November 2017 20:09)

    Tolle Bilder, wunderschöne Gegend, mutige Unternehmung....... aber immer noch Urlaub.
    Wer mit dem Auto zum Einkaufen fährt und sich für
    Geld mit allen Konsumgütern eindecken kann, lebt nicht
    autark. (Tom Hanks kann warten)

1 Gilt für Lieferungen in folgendes Land: Deutschland. Lieferzeiten für andere Länder und Informationen zur Berechnung des Liefertermins siehe hier: Liefer- und Zahlungsbedingungen
2 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.