Khlong Chak Wasserfall - Das Abenteuer ruft

Die Abenteuerlust und die Poolmüdigkeit haben uns in den Dschungel gelockt um eines unserer größten Abenteuer zu erleben.

Auch wenn für einen Wasserfall auch Wasser benötigt wird, haben wir auf den zweiten trockenen Tag in Folge gewartet.

Der Grund dafür ist der Pfad zum Wasserfall, dessen Gefahr proportional zum Niederschlag zunimmt. Der letzte Funke unserer elterlichen Fürsorgepflicht hat uns diese Entscheidung leichter gemacht.

Auf die Roller geschwungen und los ging`s: Eine Strecke für die man mit dem Fahrrad in weniger als einer Stunde schaffen kann, haben wir mit dem Roller in ca. 2 Stunden geschafft. Ich will nicht drauf rum reiten: Ariane fährt sehr „vorsichtig“. Sie nennt es vorausschauend und verantwortungsbewusst, alle anderen nennen es: Verkehrsbehinderung... ;-)

 

Die Kinder, welche übrigens beide auf meinem Roller mit fahren, motivieren mich das maximale aus dem Gefährt raus zu holen. Sie haben den Spass daran erkannt. Auch wenn Ariane im Rückspiegel kleiner wird, fürchte ich mich vor der Standpauke die mich erwartet, wenn sie mich eingeholt hat.

Spass beiseite, wir sind natürlich beide ganz vorsichtig gefahren. Die Vernunft hat gesiegt.

Nach einer tollen Berg und Talfahrt der Westküste Koh Lanta`s entlang, mit vielen wundervollen Viewpoints, erreichten wir das Schild: „Elephant Tracking | Cave | Waterfall.

Ein kurzer Stop an 2 traurig wirkenden Elefanten mit Fußfesseln ließ unsere gute Laune (kurzzeitig) etwas schwinden. Die Tiere wirkten wenig erfreut darüber, dass ständig irgendwelche Leute kommen um auf ihnen zu reiten. Auf telepathischem Wege erklärten wir ihnen, dass wir keine von denen sind und fuhren weiter bis die Straße nach etwa 200 Metern zu Ende war. Ein kostenpflichtiger Parkplatz für Roller und ein Thai der uns zusätzlich zum Parkticket noch einen Guide andrehen wollte, wartete auf uns. Seine Sorge um die Kinder war vielleicht nicht gespielt und ganz sicher begründet, doch wir entschieden uns, den Tag so leichtsinnig und unverantwortlich zu beenden, wie wir ihn begonnen haben.

Es war die Abenteuerlust die uns kitzelte und diese wollten wir uns durch keinen Guide, welcher uns routiniert durch die bekannten Pfade geleitet, nicht kaputt machen lassen.

Wie sich später herausstellen sollte, die richtige Entscheidung. Die Strecke zu dem Wasserfall bereitete uns mehr als einen Adrenalinkick, wenn es hoch über wackeligen Steine entlang des Flusses ging, dennoch hatten wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass wir uns zu viel vorgenommen haben. Selbst unsere 4 Jährige Tochter hat den Weg, wenn auch nur knapp, überlebt. (Nein, sie hatte viel Spass und brauchte nur wenig Hilfe.)

Es ging ca. 800Meter, entlang des Flusses (an diesem Tag ehr Bach) auf abenteuerlichen Pfaden durch den Dschungel. Viele Passagen erforderten großes Geschick und man musste zum Teil Seile verwenden, die vorausschauende Menschen dort platziert haben, um sich hoch zu ziehen. Die Hitze war im Dschungel zwar etwas erträglicher als direkt am Strand, jedoch bei weitem nicht verschwunden. Der Schweiß lief und die Insekten drohten uns mit ihrem Gesumme. Doch die Mücken ließen uns zu diesem Zeitpunkt noch in Ruhe.

Ein weiteres Hindernis stellte nicht der Dschungelpfad als solches dar, sondern die Auswahl des Richtigen. Verschiedene kreuzten sich und der überflüssige Wegweiser ganz am Anfang des Weges, direkt neben dem Fluss, wäre an einem dieser Stellen deutlich sinnvoller. Doch auch hiermit kassierte das Abenteuerfeeling nochmal ordentlich Punkte. Punkte abgebaut habe ich schließlich selber indem ich mein Smartphone raus geholt habe um mal grob zu schauen, ob wir uns noch auf den Wasserfall zubewegen oder nicht. Taten wir und nach etwa 30 Minuten erreichten wir den Wasserfall. Die Zeit reichte gerade noch um uns in dem fallenden Nass zu kühlen, als der Regen einsetzte. Wir waren in kurzer Zeit deutlich abgekühlt, doch der Regen wollte leider noch ein wenig bleiben. Unsere Klamotten, die leider keinen Unterschlupf faden, waren in kurzer Zeit nass. Tropfnass. Und so begannen wir das erste mal, wenn auch nicht schlimm, in Thailand zu frieren. Vielleicht war es auch die Angst vor dem Rückweg, denn nun war der gemütliche Trampelpfad ein vor Schlamm triefendes Monster.

Nach köstlichen 2-17 Mangos wagten wir den Rückweg, nachdem der Regen stark zurück gegangen war. Der Weg den wir gekommen waren, war nicht mehr passierbar.

Kennt ihr folgendes Phänomen: Egal wo und wie abgelegen ihr gerade seid, es sind immer irgendwo Deutsche dabei. Und die sind immer super informiert. Auch am besagten Tag. Direkt an diesem traumhaften und eigentlich einsamen Wasserfall (bei starkem Regen umso einsamer) waren bereits ein paar Deutsche die wir beim baden ablösen durften. Als es anfing zu regnen zogen sie sich unbekümmert ihre Regencapes über (die selben die wir auch hatten...und im Hotelzimmer auf uns warteten) und traten den Heimweg an. Wir staunten nicht schlecht als wir erkannten, dass diese eine ganz andere Route nahmen, als wir auf dem Hinweg. Da der bekannte Weg kaum mehr passierbar war, folgten wir den Deutschen mit einigen Metern Abstand. Und wie erwartet: Die Route war um einiges einfacher und wir kamen uns ein wenig blöd vor den deutlich schwierigeren Weg genommen zu haben. Glücklicher Weise hatten unsere Landsleute das selbe Ziel wie wir: Raus aus dem Dschungel. Und so fanden wir uns nach einer eindrucksvollen Wanderung, welche teilweise auf allen Vieren verlief und oft im, statt am Fluss, auf dem Parkplatz bei unseren Rollern wieder. Der Parkplatzwächter Schrägstrich Guide-Vermittler war sichtlich erleichtert, dass alle Deutschen bei bester Gesundheit, während seiner Schicht, aus dem Dschungel spaziert kamen.

Kleiner Bonus auf dem Heimweg: Uns lief eine süße Affenfamilie direkt vor die Roller (wir haben keinen platt gemacht). Im Dschungel beim Wasserfall wäre die Begegnung sicherlich toller gewesen, aber wir haben uns dennoch riesig gefreut welche zu sehen.

 

Fazit:

 

Ein toller Tag fürs Langzeitgedächnis!

 

Text: Alexander Kaspareit


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Kommentare: 2
  • #1

    Gudrun (Donnerstag, 05 Oktober 2017 15:25)

    Tolles Erlebnis, toll geschrieben. Da rutscht selbst mir beim Lesen etwas das Herz in die Hose.
    P.S. ich mag auch nicht gerne Roller fahren.
    Ich saß mal bei jemandem hinten mit drauf auf dem Motokoncho in unwegsamen Gelände. Ich glaube der Typ hat immer noch blaue Flecken an den Schultern, wo ich mich festgekralt hatte

  • #2

    Kai (Donnerstag, 05 Oktober 2017 16:16)

    Auch wenn ich euch vorhin schon per Antwort auf deine E-Mail geschrieben habe, schreibe ich auch noch einmal kurz hier: sehr unterhaltsam geschrieben - mit reichlich Platz zum Schmunzeln! Das Landsleute-Phänomen ist uns auch bestens bekannt!
    Ach ja, und ich soll Ariane ausrichten, dass sie in Sachen Roller in Stephie eine Verbündete hat! Früher ist sie selbst sehr gerne Roller gefahren, aber seit einem Unfall sind Roller eher ein rotes Tuch für sie und ist sie selbst als Beifahrerin (obwohl sie aktuell betont wie froh sie ist, dass sie auf unserer Reise eben nur Beifahrerin sein wird) eher belastend...

    LG
    Kai & Stephie

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