Schulpflicht und Weltreise

Da wir mit einem schulpflichtigen Kind auf große Reise gegangen sind, stellte sich einem jeden die Frage: Wie machen wir das eigentlich mit der Schule?

 

Das ist grundsätzlich die erste Frage die wir zu hören bekommen, wenn sich jemand für unsere Reise interessiert.

 

Das dies die 1. Frage ist, die den Menschen sofort einfällt und mit skeptischem Blick unsere Antwort erwarten, zeigt, dass die Schulpflicht in Deutschland sehr ernst genommen wird und wenig Platz für Alternativen bietet.

 

Bildung kann nur in einer Schule stattfinden. AUSNAHMSLOS! Dieser Glaubenssatz wurde uns unser ganzes Leben eingeprägt.

 

Und so ist es tatsächlich: In Deutschland, so fortschrittlich und modern dieses Land auch sein mag, die Schulpflicht, welche auf die NS-Zeit zurück geht, hat hier weiterhin Bestand. Es besteht nicht nur eine Bildungspflicht, wie in vielen europäischen Ländern, sondern eine Pflicht ein Schulgebäude aufzusuchen. Da führt offiziell auch kein Weg dran vorbei.

 

Das Bildung eventuell auch anders funktionieren kann und von woanders aus, dass die Welt, egal wo man sich gerade aufhält, ein Klassenzimmer sein kann, steht nicht zur Diskussion.

Gibt es Ausnahmen?

 

Offiziell gibt es keine Ausnahmen. Jedoch hört man immer wieder von Einzelfällen, bei denen eine Sondergenehmigung für einen Zeitraum X ausgestellt wurde.

 

Diese Sondergenehmigung ist grundsätzlich eine Individualentscheidung der Schulbehörde. Wobei jedes Bundesland seine eigenen Gesetze, bzw. seine eigenen Gesetzesauslegungen verfolgt.

 

Während die Stadt Hamburg durchaus ehr gewillt ist einem Schulpflichtigen Kind für ein komplettes Schuljahr die Freiheit gibt, seine Bildung unter Einhaltung des Lehrplans auch auf Reise in fremden Ländern zu gewähren, ist die Schulbehörde in Schleswig Holstein deswegen noch lange nicht bereit die selbige Erlaubnis zu erteilen.

 

Speziell bei uns ist die Schulbehörde der Meinung gewesen, dass eine Weltreise einen zu geringen bildenden Charakter hat. Dies war für uns nur schwer nachvollziehbar. So versuchten wir durch ausführliche Briefe diese Person in der Behörde von dem Gegenteil zu überzeugen. Immerhin war unsere Klassenlehrerin und auch die Schulleitung große Befürworter für unseren Plan die Welt zu bereisen. Wir erklärten, dass wir den Lehrplan einhalten würden, und die Kinder zusätzlich soviel mehr lernen würden. Die verschiedenen Kulturen, historischen Bauwerke und Schauplätze, andere Sprachen, Natur und Geografie, körperliche Fähigkeiten wie schwimmen und klettern, um nur einiges zu nennen. Sie würden dieses Wissen aufsaugen weil es sie wirklich interessieren wird und nicht weil es von ihnen verlangt wird.

 

Doch unsere Schulbehörde bleibt stur und verweist in 2 Zeilen auf die Gesetzesgebung. Die selbe Gesetzesgebung wurde aber in Hamburg mehrfach außer Kraft gesetzt, wenn auch zeitlich begrenzt.

 

Es ist also immer eine Individualentscheidung eines Sachbearbeiters. Ist dieser nun mal engstirnig eingestellt, stehen die Chancen leider schlecht. Bei uns ist dies leider genau so gekommen.

 

Was kann man machen, wenn man dennoch sein Kind selber unterrichten möchte?

 

Will man sein Kind in Deutschland von zu Hause aus unterrichten wird es dafür wohl keine Lösung geben, es sei denn die Gründe dafür, bzw. die Gründe gegen ein offizielles Schulgebäude sind so gravierend, dass es anscheinend nicht möglich ist eine Schule zu besuchen. Gründe könnten eine schlimme Erkrankung sein die das Kind daran hindern eine Schule zu besuchen.

 

Die einfache Überzeugung der Eltern oder der Kinder, die Bildung besser von zu Hause aus zu erlangen, reichen dafür selber nicht aus.

 

Die einzige Möglichkeit wäre in diesem Fall leider nur Auswandern, da die Schulpflicht früher oder später durchgesetzt werden wird.

 

Wenn man wie wir auf eine Reise geht, ist es deutlich einfacher. Man meldet sich aus Deutschland einfach ab. Genau das haben wir auch gemacht. Natürlich verzichtet man auf sämtliche Leistungen die man in Deutschland erhalten hat/kann. Aber die Freiheit unseren Traum zu erfüllen, hat einen höheren Wert für uns, als das Kindergeld, welches wir in dem Zuge aufgeben müssen.

 

Ansonsten ist man mit diesem Schritt völlig losgelöst von Deutschland, was einem ein noch größeres Freiheitsgefühl verleiht. Man verzichtet zwar auf alle Leistungen, hat jedoch auch keine Pflichten mehr. Man ist steuerlich abgemeldet, zahlt keine Zwangsgebühren, wie die GEZ und hat auch keine Schulpflicht mehr einzuhalten.

 

Natürlich behält man sämtliche Privilegien die man als Deutscher Staatsbürger genießt. Man behält seinen Reisepass und genießt weltweit sehr gute Visa-Bestimmungen. Und natürlich kann man sich auch jederzeit an eine deutsche Botschaft wenden, wenn es doch mal ein Problem gibt.

 

 

 

Aber mehr Alternativen gibt es nicht. Entweder sein Kind in die Schule schicken, auf eine Sondergenehmigung hoffen, oder das Land verlassen.

 

Allerdings gibt es in Deutschland inzwischen sehr unterschiedliche anerkannte Schulen die sehr viele verschiedene Arten der Wissensvermittlung unterstützen. Wenn die klassische Schule nichts für das Kind ist, gibt es viele gute Alternativen.

 

Wie vermitteln wir nun das Wissen?

 

Da Leonidas gerade erst seine 1. Klasse beendet hat, ist es für uns keine große Schwierigkeit ihm das Grundschulwissen zu vermitteln. Wir haben ausreichend Schulunterlagen von seiner Klassenlehrerin mitbekommen und sind in der Lage den Lehrplan einzuhalten. Da wir (2 Erwachsene) mit einem Kind mehr Möglichkeiten haben, als ein Erwachsener der für bis zu 30 Kinder gleichzeitig zuständig ist, können wir unseren Unterricht effizienter und freier gestalten. Andere Unterrichtsfächer wie Sport, Kunst und andere Nebenfächer fallen weg, ebenso wie Schulfahrten und unnötige Pausen. Somit können wir den nötigen Unterricht, der sich in der 2. Klasse auf Deutsch und Mathematik beschränkt, in einem für unser Kind perfekten Rahmen abhalten.

 

Sollten die wissensdurstigen Kinder bereits älter sein und man sich den Lehrstoff nicht zutrauen, zielsicher zu vermitteln, so gibt es bereits zahlreiche Onlineschulen, die sich darauf verstehen einem Kind per Fernunterricht den Stoff beizubringen.

 

 

 

Fazit

 

Es ist alles kein Drama. Zumindest für uns. Jeder Mensch sollte die Freiheit haben seinen Kindern die für seine Begriffe bestmögliche Bildung zukommen zu lassen. Wenn dies nur durch einen Umzug möglich ist in eine anderes Land, dann muss man diesen Kompromiss eingehen. Da wir ohnehin das Land verlassen haben, haben wir natürlich leicht reden ;-)

 

Auf keinen Fall würden wir unsere Pläne und Überzeugungen von einem Sachbearbeiter durchkreuzen lassen. Wir haben bisher gelernt, dass es immer einen Plan B gibt.

 

Ähnliche Meinungen/andere Meinungen

Die Familie hinter der Seite "Back2Familiy.de" (Kirstin, Alex und ihren 3 Mädels) hat dazu auch einen sehr interessanten Beitrag verfasst. Schaut dort gerne mal vorbei.

>>>klickt hier<<<

Die Sumpfkinder.de Alexandra, Andreas und 3 Kinder haben dazu auch eine interessante Meinung. Schaut mal hier: >>>klickt hier<<<

Und auch die FamilieAufWeltreise.de (Katrin, Stefan und ihren 3 Kindern) haben sich mit dem Thema befasst und einiges zu sagen. Schaut mal hier: >>>klickt hier<<<

Text: Alex


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