Wir machen eine Weltreise - Warum eigentlich???

Willkommen zu meinem ersten Blogeintrag.

Solltest du zum ersten mal hier sein, bitte ich dich zuerst in der Rubrik "über uns" vorbei zu schauen, damit du ein grobes Bild hast, wer hier gerade zu dir spricht ;-)

Meine Familie und ich planen für Mitte 2017 eine Weltreise zu machen. Dies darf nicht einfach als Langzeiturlaub verstanden werden. Nein. Es ist vielmehr der Start in ein neues Leben. Und somit ist die geplante Weltreise lediglich der Anfang von dem neuen Leben.

 

Viele unserer Freunde und Bekannten finden diese Idee super. Einige Fragen aber auch ganz offen und ehrlich und teils sichtlich erschrocken: Warum wollt Ihr das machen? Wozu? Ist es das Wert sein derzeitiges Leben dafür aufzugeben?

 

Dazu stell ich zuerst einmal die Gegenfrage: Warum sollten wir es nicht machen? Und was geben wir wirklich auf?

 

Das Leben ist keine Einbahnstraße. Sollte es ein Fehler sein, hindert uns doch nichts daran zurück zu kehren in unser "Leben". Morgens um 6Uhr den Wecker ausschlagen und uns mit tief hängenden Mundwinkeln zu unserem Job quälen. Ein Job der keine Freude bereitet, lediglich dazu dient den Kühlschrank zu füllen und uns das Mindestmaß an Luxus zu leisten um ein solches Leben überhaupt zu rechtfertigen. (Auto, TV und Playstation) Jippi ... da nimmt man die tägliche Versklavung im Hamsterrad natürlich gerne in Kauf.

Das Wort "Familie" nur ein Wort für uns ist, dessen Bedeutung schwer ist, einem Kind zu vermitteln. Denn unsere Familie ist in diesem "Leben" selten zusammen an einem Ort. Es sei denn wir schlafen. Ein Elternteil ist immer alleine mit den Kindern und das andere Elternteil erlebt das Leben seiner Familienmitglieder lediglich in Form von Fotos, Videos und Sprachnachrichten.

Wir können in diese Gesellschaft zurück kehren, kein Problem. Sich anzupassen ist keine Kunst. Große Labels, stolz zur Schau stellen, ist eine einfache Methode. Auch Apfel-Telefone zu besitzen, erzeugen einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Solange keine gesellschaftskritischen Fragen gestellt werden und wir nach Oberflächlichkeit streben, sollte es keine Probleme geben.

All das wird wieder möglich sein. Das System ist nicht nachtragend solange wir wieder dem Konsumwahn verfallen. Mehr besitzen oder essen wollen als man braucht oder bezahlen kann, ist eine bewehrte Methode.

 

Wie ihr merkt mache ich mir um eine Rückkehr weniger Sorgen.

Das einzige Leben, welches wir nun mal nur haben, mit Nichtigkeiten zu füllen bis wir aus den Latschen kippen, wäre Angesicht dieser Erkenntnis, vergeudete Lebenszeit.

Also durchbrechen wir unsere Barrieren (die wir uns über die Jahre im Kopf gebaut haben) und verlassen Platons verdammte Höhle ;-)

 

Wir würden uns freuen wenn ihr uns dabei, zumindest virtuell, begleiten würdet.

 

Alex

von Tropical-Freaks.de

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Denise (Dienstag, 13 September 2016 21:34)

    Der Text ist genial und zugleich ein Spiegel,der uns vor gehalten wird! Er liest sich für mich mit einem lachenden und weinenden Auge,da ich euch sehr nahe stehe!Ich wünsche euch das ihr eure Erfüllung gemeinsam findet! Und das Glück euch trägt!

  • #2

    Alex (Mittwoch, 14 September 2016 10:35)

    Hey Denise, vielen Dank für deine liebe Nachricht. Na, damit Du zukünftig mit beiden Augen lachen kannst, werde ich demnächst mal einen lustigen Text schreiben ;-)

  • #3

    Eva Schmelzer (Freitag, 03 Februar 2017 15:06)

    Ich wünsche Euch für die nächste Zeit, in der Ihr die letzten Ketten löst, viel Kraft und Erfolg. Nehmt Hesses Gedicht "Stufen" mit auf den Weg:

    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
    dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
    blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
    Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
    bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    in andre, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    an keinem wie an einer Heimat hängen,
    der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
    nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    uns neuen Räumen jung entgegen senden,
    des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

  • #4

    Alex (Freitag, 03 Februar 2017 22:44)

    Ein schönes Gedicht von Hermann Hesse. Es motiviert, belebt und ruft nach Freiheit.
    Ich habe mein bisheriges Leben oft wie Rilkes Panther gesehen:

    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder angespannte Stille -
    und hört im Herzen auf zu sein.
    Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

    Danke Eva für deine aufrechten Wünsche. Sie geben uns Kraft!

  • #5

    Eva Schmelzer (Samstag, 04 Februar 2017 11:45)

    Wenn Rilkes Panther Dein Spiegel gewesen ist, war der Schritt, den Ihr jetzt tut, der einzig richtige! Sei dankbar, dass Du die Erkenntnis gewonnen hast und eine Partnerin, die genauso fühlt. Ich habe schon zu Gudrun gesagt, dass es für Eure Kinder das Schönste ist, was Ihr Ihnen vermitteln könnt, nämlich das Bewusstsein, was "Leben" bedeutet. Selbstbestimmt zu leben und nicht gelebt zu werden vom System! Das ist wertvoller für sie als ein Millionenerbe. Und die Kinder werden den Spirit weitergeben, und er wird Kreise ziehen – und so wird die Hoffnung auf eine andere Welt nicht sterben.
    Und jetzt lass ich Euch in Ruhe und wünsche Euch reibungslose und fröhliche Vorbereitungen. Das heißt natürlich nicht, dass ich nicht immer mal wieder bei Euch vorbeischaue :)

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